Freizeitsport mit Köpfchen

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Manchmal reicht ein nasser Anglerhut am Strand, um völlig fremde  Menschen zusammenzubringen. Aus dieser Urlaubserinnerung wuchs die Idee  von der Capsbee – einer Mischung zwischen Hut und Wurfscheibe.  Vier Gründer aus Memmingen setzten sie in die Tat um.

 

Urlaub am Meer. Die Sonne brennt vom Himmel und das Wasser glitzert einladend. Wie schön wäre es jetzt, gemeinsam im flachen Wasser etwas zu spielen? Das dachten sich Matthias Klein, einer der Gründer von Capsbee, und ein Freund vor gut vier Jahren. Doch sie hatten vergessen, ein Spiel für sich und ihre Töchter mitzubringen. Aber es heißt nicht umsonst, Not macht erfinderisch. Kurzerhand wurde ein mit Wasser benetzter Anglerhut zur Wurfscheibe. Angezogen von dem faszinierenden Spiel machten nach und nach immer mehr Menschen mit. Den Hut sogar mit dem Kopf zu fangen, wurde zur Königsdisziplin. Aus diesem Erlebnis entstand der Plan, einen Hybriden aus Cap und Frisbee zu entwickeln, mit dem man immer und überall ein Spiel beginnen kann: Die Capsbee.

WERFEN, FANGEN, TRAGEN

Doch die Idee zur Capsbee verstaubte erst mal in der Schublade – bis zur Pandemie. Dank Corona wurde aus „Man sollte …“ schließlich Wirklichkeit. Nun hatten die Gründer Zeit, sich ihrem Projekt zu widmen, und begannen selbst einen ersten Prototyp zu bauen. Später unterstützten sie dabei die traditionsreiche Hutfabrik Seeberger und ein Kunststoffhersteller aus Weiler-Simmerberg. „Es war gar nicht so einfach, Partner zu finden, mit denen wir zunächst eine kleine Stückzahl produzieren konnten“, erzählt Matthias Klein. Die Capsbee muss gute Flugeigenschaften besitzen und gleichzeitig sowohl robust als auch modisch sein. Sie besteht deshalb aus Polyester, zwei verarbeiteten Kunststoffringen und abriebfestem Spezialstoff.
Natürlich kann man die Capsbee auch mit der Hand fangen. „Das ist gerade für Anfänger und kleine Kinder leichter“, betont Klein. „Doch die Capsbee mit dem Kopf zu fangen ist die Herausforderung und macht ehrgeizig.“ Wer einmal angefangen hat, will es unbedingt schaffen und seine Fähigkeiten immer wieder verbessern. Die Capsbee ersetzt nicht nur eine Frisbee-Scheibe. Sie ist zudem Sonnenschutz und Accessoire. Außerdem hilft sie, beim Spielen schnell neue Kontakte zu knüpfen. Denn die Capsbee erregt Aufmerksamkeit. Kinder können sie aufgrund des weicheren Materials leichter fangen  als ein Frisbee.

 

ÜBER 1000 VORBESTELLUNGEN

Ein Patent haben die Gründer bereits angemeldet. Das gibt ihnen Sicherheit und die Möglichkeit, die nächsten Schritte des Projekts entspannt anzugehen. Schließlich haben Matthias Klein, Alexander Bohn, Matthias Machunze und Linus Reulein neben Capsbee noch andere Jobs. Derzeit suchen sie nach Vertriebsmöglichkeiten. „Wir bauen einen Onlineshop auf, wollen die Capsbee aber auch in den Einzelhandel bringen“, verrät Klein.

Studenten in München tüfteln für Capsbee an einer digitalen Version. Das bedeutet, in die nächste Capsbee-Generation könnte ein Sensor integriert werden, der Werte wie Geschwindigkeit und Wurfweite misst. Mithilfe einer App soll man sich mit Spielern aus der ganzen Welt messen können.
Im Juli wurden die ersten vorbestellten Capsbees ausgeliefert. Wer beim nächsten Picknick einen Sonnenhut über das Wasser segeln sieht, muss sich also nicht wundern und kann einfach mitspielen. Den Coronaabstand kann man dank bis zu 30 Metern Flugweite locker einhalten

 

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