BESONDERE HERBSTSPAZIERGÄNGE IM ALLGÄU

Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit im Allgäu. Die Haupturlaubszeit ist vorbei, man bekommt auf den Alpen problemlos einen Sitzplatz und das Wetter zeigt sich in dieser Zeit oft von seiner besten Seite. Aber nicht nur oben in den Bergen hält der Herbst im Allgäu besondere Momente bereit. Auch im Tal locken schöne Naturerlebnisse, die sich am besten bei einem ausgedehnten Spaziergang genießen lassen.

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RUND UM DIE RIVIERA DES ALLGÄUS

Riviera des Allgäus“ mag für manchen etwas groß klingen, gibt es doch keine Meeresküste im Allgäu. Wer aber schon einmal an einem sommerlichen Nachmittag am Hopfensee entlangspaziert ist, dabei ein Eis geschleckt hat und die Terrassen der Cafés und Restaurants in Hopfen beobachten konnte, fühlt sich tatsächlich an eine Riviera erinnert. Dann, wenn dieser ganze Sommertrubel vorbei ist, lohnt sich ein Spaziergang rund um den Hopfensee ganz besonders. Wenn die Bäume sich herbstlich eingefärbt haben, der See deutlich ruhiger als im Sommer daliegt und weit weniger Spaziergänger unterwegs sind, sind der Ausblick auf die Gipfel in Richtung Süden und der Blick auf die Seepromenade im Norden ganz besonders schön.

Dauer: 1,5 Stunden

Ausgangspunkt: Hopfen am See

DURCH EIN DENKMAL SPAZIEREN

Sie ist nur zwei Kilometer lang und dennoch in ihrer Art im Allgäu einzigartig. Die Rede ist von der „Kurfürstenallee“ oder auch „Lindenallee“ in Marktoberdorf. Der Baumbestand ist gut 200 Jahre alt. 620 Linden rahmen die Allee rechts und links ein und sorgen im Sommer und Herbst für fast magische Momente aus Licht und Schatten. Darüber hinaus ergibt sich von hier ein einmaliger Blick auf die Alpen. Zwischen 1774 bis 1780 wurde die Allee auf Initiative von Kurfürst Clemens Wenzeslaus nach französischem Vorbild angelegt. Für die Ausführung wurden Oberdorfer Untertanen herangezogen, die in Fronarbeit die beiden zu überwindenden Hügel abtragen sollten. Fünf Jahre nach Beginn der Arbeiten waren die Hügel allerdings immer noch nicht abgetragen, sodass der Fürstbischof schließlich auf eine waagerechte Trassenführung verzichtete. Am Ende der Kurfürstenallee befand sich der sogenannte Tempel, ein Pavillon im barocken Stil. Dorthin ließ sich die kurfürstliche Gesellschaft tragen, um im Rahmen der nachmittäglichen Ausflüge den kulturellen Genüssen nachzugehen. Heute ist die Lindenallee als Naturdenkmal geschützt.

Dauer: 20 Minuten

Ausgangspunkt: Kurfürstenallee, 87616 Marktoberdorf

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GESCHICHTE AUF SCHRITT UND TRITT

Für Flaneure, die es nach Geschichte dürstet, gibt es im Allgäu viel zu erleben. Besonders ans Herz legen möchten wir in diesem Fall aber eine herbstliche Stadtwanderung durch das wunderschöne Wangen. Die Fachwerkhäuser, verwinkelten Gassen, Brunnen und die turmbewehrte Stadtmauer versetzen die Besucher dieser wunderschönen Stadt gleich einmal ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit. Als Ausgangspunkt für einen herbstlichen Erlebnisspaziergang bietet sich das alte Rathaus mit historischem Ratssaal und dem barocken Treppenhaus mit Landtafeln von Johann Andreas Rauch an. Durch die Spitalstrasse geht es direkt zu Museen in der Wangener Museumslandschaft. Am großen Mühlrad befindet sich der Eingang. Mit einem Eintritt sind die kleinen, aber feinen Museen in einer ehemaligen Mühle, der „Eselmühle“, zu erleben. Das Gebäude der jetzigen Badstube wurde 1589 erbaut. In ihm wurde die damalige Badekultur gepflegt. Heute ist die historische Badstube mit dem sehenswerten Kreuzgewölbe und die mittelalterliche Badhauseinrichtung der Höhepunkt eines Museumsbesuchs oder einer Museumsführung. Von hier kann man gemütlich zur Herrenstraße spazieren. Dort wohnten einst die „Herren“ der Stadt, die Bürgermeister und Räte. Bemerkenswert sind Gebäude mit gotischen Treppengiebeln und Wirtshausschildern des 18. Jahrhunderts. Heute zählt die Herrenstraße zu den schönsten Straßenbildern Süddeutschlands. Am Ende der Herrenstraße bildet das Frauentor, heute auch Ravensburger Tor genannt, den krönenden Abschluss des Stadtspaziergangs.

Dauer: 2 – 3 Stunden

Ausgangspunkt: Altes Rathaus, Wangen

DIE NATUR UND SICH SELBST ERLEBEN

Unweit von Nesselwang beginnt ein Themenweg, der weit mehr verspricht als ein Naturerlebnis. Der Ge(h)ZEITEN Weg ist ein Weg mit sechs Meditations-Stationen, die zur inneren Einkehr einladen. Ziel ist es die tägliche Hektik und Zeitnot hinter sich zu lassen und einen Raum zu schaffen, in dem man einmal über sein Leben reflektieren kann. Der GE(h) ZEITEN Weg symbolisiert die Verbindung zwischen dem Gehen von einer Station zur nächsten und dem Wert der Zeit. Ein Weg mit vielen Botschaften. Die Station „Zeit für mich“ erinnert etwa mit einem Naturlabyrinth daran, dass oft viele Kehren im Leben gegangen werden müssen, aber letztendlich nur ein Weg zu sich selbst führt. Auf dem Kopf steht die Welt bei der Station „Zeit für die Schöpfung“. Beim Blick durch die Glaskugel wird das Vertraute plötzlich fremd. Schauen und staunen – und die Perspektive wechseln, nicht nur beim Blick durch die Kugel, sondern auch insgesamt im Leben. So eröffnen sich neue Wege und Möglichkeiten. An jeder der „Haltestellen“ regt ein ausgesuchter Text zum Nachdenken an. GE(h)ZEITEN ist also eine Anleitung zur persönlichen Sinn- und Naturerfahrung. Ob meditativ oder aktiv bleibt jedem Besucher selbst überlassen.

Dauer: 1,5 Stunden

Ausgangspunkt: Rindegger Tanne, Nesselwang

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