Die Glasperlenspielerin


Die Arbeit mit Glas ist ihre Leidenschaft, für die sie mit ganzem Herzen brennt. Vor allem Schmuck aus Perlen hat es ihr angetan. Jede Perle braucht viel Hingabe, Wissen, Fingerspitzengefühl und Zeit. Und in jeder Perle steckt ein eigener Kosmos, der Kosmos von Patrizia Mund.

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Die Welt von Patrizia Mund ist voller Farben, Formen und Feuer. Es ist die Welt der Glasperlen. „Nach dem Abitur war ich viel unterwegs undhabe nach meiner Erfüllung gesucht. Und plötzlich habe ich etwas gefunden, das genauso exotisch war wie ich – Glasperlen.“ Ihre Augen strahlen, wenn sie vom Perlenziehen erzählt, denn sie ist unheimlich froh, dass sie ihr Schicksal auf diesen Weg geführt hat. Obwohl sie sich nicht sicher ist, ob sie das Glas oder das Glas sie gefunden hat. Glas ist für die Künstlerin der Spiegel der menschlichen Seele, ein Ruhepol und Rückzugsort. Hierin kann sie sich ausleben und erfindet immer wieder neue raffinierte Muster. In den letzten zwei Jahren hat sie zehn Kollektionen entworfen – und sie sprudelt weiter vor Ideen. Unter der Marke „Heart Bead“ – ein Wortspiel aus Herzperle und Herzschlag – vertreibt Patrizia Mund ihre Schmuckstücke in ihrem Onlineshop. Einen eigenen Laden gibt es noch nicht.

Schicht um Schicht

Patrizia Mund baut ihre Kunstwerke Schicht um Schicht auf. In der Flamme des Brenners schmilzt sie verschiedenfarbige Glasstäbe ein und zieht das flüssige Glas um einen speziellen Metallstab, den Dorn. Je öfter sie das Glas im Feuer verflüssigt und neu bindet, desto mehr Facetten hat das Muster. Für eine Perle braucht sie zwischen fünf Minuten und einer Stunde. Perlenmuster gibt es unendlich viele, jedoch verwendet die Glaskünstlerin am liebsten die sogenannte Zanfirico-Technik – ein vielschichtiges gedrehtes Muster. Signore Zanfirico war ein venezianischer Kaufmann, der diese Glastechnik um 1830 in Murano wieder aufleben ließ. Patrizia Mund macht daraus Schmuck. Das ist nicht nur ihr Lebensunterhalt, sondern auch ihr Lebensinhalt.

Der Weg zum Glas

Patrizia hat in ihren jungen Jahren schon einiges erlebt. Sie ist viel gereist, hat sich in einem Studium versucht, merkte aber schnell, dass dies so gar nicht ihre Welt war. „Mein Interesse an Glas wurde geweckt, weil es mir Fragen aufwarf. Ich war fasziniert davon, was man mit Glas alles anstellen konnte“, erzählt die Künstlerin. Nach einigen Praktika bei verschiedenen Glasmachern führte sie der Weg an die österreichische Glasfachschule Kramsach, wo sie ihr Diplom mit Bravour absolvierte. „Eigentlich zielten die Studieninhalte kaum aufs Glasperlenmachen ab. Das war eher ein Nebenfach, aber ich bin schon im ersten Semester irgendwie daran hängen geblieben.“ Das war der Grundstein für ihren weiteren Lebensweg.

Verrückte Selbstständigkeit

Das Handwerk des Glasperlendrehers gibt es eigentlich so gar nicht, aber Patrizia hat ihren eigenen Beruf daraus bestimmt und sich sogar im April 2020 damit selbstständig gemacht – mitten im ersten Lockdown. Für die 27-Jährige war dieser Schritt das Verrückteste, was sie bisher in ihrer Glaskünstlerlaufbahn gemacht hat. Bereut hat sie es nie. Ursprünglich aus der Rosenheimer Gegend stammend, zog es sie ins Allgäu – ihre Wunsch- und Wahlheimat. Hier betreibt sie auch ihre Werkstatt, in der sie ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat. In den Räumlichkeiten hat sie Ruhe und Muße für all die Dinge, die ihr wichtig sind. Sie tüftelt an freien Kunstwerken – immer nach dem Motto „Das Suchen und Streben nach der freien Form“ –, entwirft kreative Kollektionen und veranstaltet gelegentlich Privat-Kurse. Durch Medienauftritte und ihre Social-Media-Kanäle macht sie auf sich aufmerksam. „Glasperlen sind für mich viel mehr als das Element Glas. Sie
sind mein Leben und dafür brenne ich“, beschreibt die Künstlerin ihre Gefühle. Und es klingt tatsächlich wie eine perfekte und lebenslängliche Symbiose, denn „egal ob in Höhen oder in Tiefen – ich bleibe dabei“.

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