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Öko-Landbau für Hartnäckige

Wenn Schwaben nicht so unnachgiebig wären, sähe der Betrieb von Max und Gabriele Braun heute sicher anders aus. Denn eigentlich eignet sich ihr Flecken Land am Nordrand der Reischenau eher zur Viehhaltung als für den Ackerbau. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche Beschaffenheit der Böden an ihrem Hof im schwäbischen Ustersbach, im Naturpark "Augsburg Westliche Wälder".

 

Trotz der ungünstigen Voraussetzungen haben Brauns sich für den Ackerbau entschieden: "Wahrscheinlich weil wir – typisch Schwaben – Menschen sind, die nicht aufgeben", erzählen die beiden. Es sei ihnen wichtig, Problemen auf den Grund zu gehen und Dinge so lange zu hinterfragen, bis eine Lösung gefunden ist.

 

Als sie 1978 den Hof von Max' Eltern übernommen haben, stellten sie ihn zunächst vom Milchvieh auf die Bullenmast, später auf Ackerbau um. Zum Öko-Landbau kamen sie vor allem durch Gabriele, die schon seit den 1970er-Jahren davon überzeugt ist. Die Gelegenheit zum Wechsel ergab sich Mitte der 1990er-Jahre, als das Paar mit dem Betrieb aus Platzgründen umziehen musste. Seit 1995 bewirtschaften Brauns ihre Flächen nach Öko-Richtlinien: "Wir wollen damit einen kleinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten."

Vom Kunststück mit der Fruchtfolge

Da die Familie nicht künstlich düngt und keine Tiere hält, deren Mist oder Gülle sie auf die Äcker geben könnte, ist es nicht einfach, die nötige Fruchtbarkeit der Böden zu erreichen. Das gelingt am ehesten über eine ausgeklügelte Fruchtfolge: Zum Beispiel wachsen auf je einem Fünftel der Felder Kleegras und Soja, die Stickstoff in die Erde bringen. Auf diese Kulturen folgt unter anderem Backgetreide und danach eine Zwischenfrucht, die den Boden erneut mit Nährstoffen versorgt. Kleegras, Weizen, Roggen, Soja, Ackerbohnen, Hafer und Dinkel wechseln einander ab. Hier gilt es, das ideale Zusammenspiel zu finden.

 

Drei Hektar der Flächen stehen unter Vertragsnaturschutz: Sie werden nur einmal im Jahr gemäht, damit sich dort in Ruhe Vögel ansiedeln können; vor allem die gefährdeten Wiesenbrüter. Außerdem stellen sich mit den Jahren der Pflege wieder die ursprünglichen Pflanzen der Feuchtwiesen ein, wie Ried- und Sauergräser.

 

Aufgeschlossen sein ist wichtig

 

Daneben kümmern sich Brauns um eine Streubostwiese, die schon der Großvater angelegt hat und wo gleichsam alte und junge Obstbäume wachsen. Sie bietet vielen Tieren einen Schutzraum und liefert der Familie Früchte zum Saftmachen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht jedoch der Getreide-Anbau: Den größten Teil ihrer Ernte liefern die Landwirte in unser VonHier-Programm.

 

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