Burkhardt Fruchtsäfte
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Am Anfang war das Fass

Geschichte und Erfolg der Burkhardt Fruchtsäfte gründen vor allem auf dem Apfelreichtum der Region. Das Unternehmen in Laichingen westlich von Ulm, liegt im Gebiet der Schwäbischen Alb, einer Landschaft, die von Streuobstwiesen und Wacholderheiden kreuz und quer durchzogen ist.

Die Schäferei und der Anbau robuster Obstsorten haben hier eine lange Tradition, was unter anderem auf das relativ raue Klima und die kargen Böden zurückgeht. So spielten und spielen Früchte, vor allem in trinkbarer Form, eine große Rolle. "Vor dem Krieg hatte hier jeder seine Mostfässer im Keller; da gab es weder Bier noch Sprudel", berichtet Dieter Burkhardt von den Anfängen des Unternehmens.

Um das Obst – in flüssiger Form – zu lagern und sich einen Getränkevorrat zu sichern, pressten die Bewohner der Gegend ihre Früchte aus und füllten den Most in Holzfässer. Eine Gewohnheit, die sich Großvater Christian Burkhardt 1919 zu nutze machte. Er gründete eine Küferei, in der er alte Mostfässer reinigte und neue fertigte.

Beginn einer fruchtvollen Leidenschaft

Der Firmengründer hatte einen Nerv getroffen: Die Leute wollten bald nicht mehr nur seine Fässer, sondern fragten immer häufiger, ob er nicht auch ihr Obst pressen könnte. So schaffte sich Christian Burkhardt 1936 eine Presse an und begann mit der Kelterei.

"Das war der Beginn unseres heutigen Geschäfts", erzählt Enkel Dieter Burkhardt, der heute die Geschicke des Unternehmens leitet. "Was den Menschen damals an Most zu viel war, hat ihnen mein Großvater abgekauft und dann selbst damit gehandelt." Der findige Küfer ging aber nicht nur auf die Nachfrage ein, er bewies sich zugleich als Vor- und Mitdenker.

"Saft an sich ist nicht lange haltbar", weiß Dieter Burkhardt. "Es sei denn, man vergärt ihn, wie es damals üblich war, zu Most." Sein Großvater sah sich also nach Methoden um, die den Saft lagerfähig machten und führte die Pasteurisation sowie viele andere technische Neuerungen im Unternehmen ein. Zwar bremste der 2. Weltkrieg diese Entwicklungen aus, doch schon 1954 nahm eine neue Obstpresse den Betrieb auf, ebenso eine moderne Abfüllanlage und neue Lagertanks. Die Holzfässer waren nun überflüssig und wurden nicht länger hergestellt.

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Erfolg über drei Generationen

Wenn Dieter Burkhardt heute von diesen Jahren erzählt, unterstreicht er, dass hinter der Geschichte seiner Firma auch eine große Portion Glück steht: "Alle sechs Söhne meines Großvaters zogen als Soldaten in den Krieg. Und alle kamen wieder heim." Der Zweitgeborene, Hans, entschied sich sogar, in die väterlichen Fußstapfen zu treten. 1962 übernahm er den Betrieb.

Die Kelterei wuchs beständig weiter, und nur zwei Jahre später siedelte sie an den Ortsrand um. So gewann sie wieder Platz: genug um auch künftig vergrößern zu können. Dieser Schritt bedeutete die Basis für viele technische Neuerungen, die über die Jahre dazu führten, dass das Unternehmen heute rund 10.000 Liter Saft pro Stunde abfüllt und rund 40 feste Mitarbeiter beschäftigt.

"Alles, was Sie hier sehen, habe ich von der Pike auf mit umgebaut und modernisiert", sagt Dieter Burkhardt. Schon als Kind habe er den Vater viel begleitet und sei so ins Geschäft gewachsen. 1982, nach Lehre und Ingenieursstudium, stieg er voll ein und seit 2007 führt er die Geschicke des Betriebes. "Mein Vater hat mir den Freiraum gelassen, meine Vorstellungen umzusetzen." Eine gute Basis für den Generationenwechsel.

Bio aus Liebe zum Streuobst

Den ersten Schritt in Richtung Bio ging der Vater Mitte der 1990er-Jahre: "Wir haben einen Weg gesucht, den Obstbauern bessere Preise zahlen zu können", erzählt sein Sohn. Es stellte sich heraus, dass das am besten mit "Bio" ginge, weshalb der Senior ein Konzept entwickelte, für das er möglichst viele Erzeuger ins Boot holen wollte.

Es gelang Hans Burkhardt, 50 Obstbauern zu überzeugen und – der Clou – ihre Wiesen als ein einziges Gebiet einstufen zu lassen. Dadurch musste auch die Zertifizierungsgebühr nur ein Mal gezahlt werden: Kosten, die Burkhardt übernahm, um den Start des Projektes zu erleichtern. Das war 1999. Heute liefern über 100 Erzeuger ihr Bio-Streuobst von mindestens 6.000 Apfelbäumen an den Safthersteller.

"Der Streuobstsaft ist kräftiger und hat mehr Power als Plantagenobst", ist Dieter Burkhardt überzeugt. Doch seinem Vater und ihm geht es nicht nur um guten Geschmack, sondern auch um ein Stück Heimat, dass sie mit den Streuobst-Wiesen erhalten wollen.

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Preisgekröntes Biotop vor der Tür

Streuobst-Wiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotopen in Mitteleuropa. Denn die doppelt erträglichen Flächen – oben Obst, unten Weideland – werden immer mehr vernachlässigt. Während sie früher in den Dörfern zur Selbstverständlichkeit gehörten, nimmt sich heute kaum noch jemand die Zeit, sie zu pflegen.

Dabei wachsen hier viel alte, sehr aromatische Obstsorten, die an Klima und Umwelt bestens angepasst sind. Eine Vielfalt, die es anderswo kaum noch gibt. Im Schatten der Bäume, die um etliches älter werden dürfen, als die Stämme in Plantagen, entfaltet sich eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt mit seltenen Arten wie Siebenschläfer, Haselmaus und Wiedehopf.

"Wir selbst haben 2008 ein Streuobstwiesen-Biotop angelegt, um den Menschen diesen Lebensraum und seine Bedeutung wieder nahe zu bringen." Die Anlage ist für alle zugänglich und oft lädt das Unternehmen Schulen, Gruppen und Vereine zur Besichtigung ein. Für diesen Einsatz gab es 2011 den Umweltpreis des Alb-Donau-Kreises.

Saftig fürs Obst engagiert

Qualität beginnt also für Burkhardt bei gesunden Früchten aus einer intakten Umwelt. Seinen Beitrag, diese Umwelt zu erhalten, leistet das Unternehmen aber nicht nur über die Unterstützung für Streuobstwiesen und Bio-Produkte, sondern auch im Alltag, unter anderem beim sparsamen Einsatz von Ressourcen und Energie.

Der beim Auspressen anfallende Apfeltrester geht zum Beispiel als Rohstoff in Biogas-Anlagen, auch die unter anderem beim Pasteurisieren benötigte Wärme wird weiter genutzt. Sie wird wie das Wasser zum Waschen der Flaschen und Früchte in Kreisläufen eingesetzt.

Hinter allem steht direkt Betriebsleiter Burkhardt: "Ich will die entscheidenden Dinge selber machen", sagt der Mann, der wohl auf alles im Unternehmen ein achtsames Auge hat. Sechs Tage pro Woche ist er ab sechs Uhr im Haus: "Ich mache das gern, ich lebe dafür." Da verwundert es nicht, dass er sich auch im Ehrenamt noch saftig engagiert: in den Verbänden der Deutschen und der Baden-Württembergischen Fruchtsaft-Industrie sowie im Kuratorium der Bürgerstiftung Laichinger Alb.

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Schluck um Schluck Natur genießen

Die Firma Burkhardt stellt hochwertige Fruchtsäfte her, ebenso Erfrischungsgetränke und Cocktails. Dabei hat sie sich vor allem auf heimische Äpfel, besonders von Streuobstwiesen spezialisiert.

Für ihren Bio-Apfel-Direktsaft verwendet sie zum Beispiel ausschließlich Äpfel aus ökologischem Streuobstanbau im Gebiets der Schwäbischen Alb. Diesen Saft keltert sie oft aus alten, vielfach in Vergessenheit geratenen Apfelsorten wie Gewürzluiken, Brettacher, Boskoop und Glockenäpfeln.

Erhältlich ist dieser Saft unter anderem als VonHier-Produkt in den Märkten der Feneberg Lebensmittel GmbH. Ansonsten gibt es ihn wie alle anderen Burkhardt-Sorten auch im Getränkehandel, in der Gastronomie und im Werksverkauf des Unternehmens.