Das regionalste Bio.

Ein „Erlebnishof“ für Mensch und Tier

Der Biolandhof von Mathias und Benedikta Lautenbacher ist seit 16 Generationen im Familienbesitz: Bereits für das Jahr 1523 findet sich der erste Lautenbacher, der auf der Hofstelle mit dem Namen „beim Erhart“ eine Landwirtschaft betrieb. Noch heute leben Lautenbachers mit ihren drei Kindern in der Gemeinde Kochel am See im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen von der Landwirtschaft: Sie erzeugen Bio-Rindfleisch in Mutterkuhhaltung und beherbergen Feriengäste.

Bio-Umstellung und Mutterkuhhaltung

Tradition hat der Erharthof auch als Biolandhof. Er war einer von damals nur 15 Bauernhöfen im gesamten Landkreis, der 1980 auf ökologische Landwirtschaft umstellte und 1983 vom Verband „Bioland“ anerkannt wurde. Bis heute gehört der Hof zu Bioland und der Landwirt ist nach wie vor von seinem Weg überzeugt. Eine weitere Veränderung auf dem Hof der Lautenbachers brachte ein Bioland-Treffen, auf dem Mathias Lautenbacher einen Kollegen traf, der ihm von seinen Erfolgen mit der Mutterkuhhaltung erzählte. Heute tummeln sich 20 Mutterkühe mit ihren Kälbern auf dem Grünland rund um den Hof. Sie sind vom Frühjahr bis in den Herbst hinein Tag und Nacht draußen und haben jederzeit Zugang zum Stall. Von der sogenannten Kurzrasenbeweidung mit stets frisch nachwachsendem kurzen Gras versprechen sich Lautenbachers eine besonders nährstoffreiche Kost für ihre Rinder. Das Jungvieh darf sogar Bergluft schnuppern und verbringt den Sommer auf den Wiesen der „Ortereralm“.

Neue Artenvielfalt auch am Hof

Um den Betrieb vielseitiger zu gestalten, setzte die Familie neben der Landwirtschaft weiter auf die Tourismus-Karte. So gesellten sich zu den Kühen und Kälbern allmählich Ponys, Bergschafe, Gänse, Enten und Hasen, eine Muttersau mit Ferkeln, Ziegen und Katzen. Sie sind die Attraktionen vor allem für junge Urlauber auf dem Erlebnisbauernhof: „Die Kinder müssen beschäftigt sein“, sagt Benedikta Lautenbacher schmunzelnd. Die kleinen Feriengäste helfen beim Füttern, können ausreiten oder die Tiere einfach nur streicheln. Der „Erlebnisbauernhof“ wurde schon viermal im jährlich ausgeschriebenen DLG-Wettbewerb zum „Ferienhof des Jahres“ gewählt.

Fortsetzung der Familientradition

Es scheint gesichert, dass sich die Familientradition auf dem Erharthof auch in der 17. Generation fortsetzt: Mathias, der älteste Sohn, hat Industriemechaniker gelernt und sattelte die Ausbildung zum Landwirt oben drauf. Tochter Elisabeth ist Pharmazeutisch-Technische Assistentin „und kann gut mit den Gästen“, erzählt ihre Mutter. Der jüngere Sohn Kilian lernt Forstwirt. Auch er will in den Hof mit einsteigen, immerhin gehören auch 50 Hektar Bergwald zum Betrieb, ein idealer Arbeitsplatz für den jungen Forstwirt.