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Alte Pflanze neu entdeckt

Das alte, ein wenig mystische Getreide hatte Familie Moser schon lange fasziniert. Doch sie kannten es nur aus den Erzählungen der Großmutter und aus Büchern. Wohl ein halbes Jahrhundert lang hatte niemand in ihrer Gegend mehr Dinkel angebaut. Dabei ist die Landschaft um Jengen, der kleinen Gemeinde nicht weit von Buchloe im Ostallgäu, stark vom Ackerbau geprägt.

 

Früher gehörte die robuste Pflanze in Schwaben zum Landschaftsbild. Über Jahrtausende galt dieses hoch wachsende, nahrhafte Getreide als geschätzte Kulturpflanze; Orte wurden nach ihr benannt, Wappen mit ihrem Bild gestaltet.

Acker, wo einst Milchvieh weidete

Die Liebe zum Dinkel liegt in der Familie: Es war Hans Mosers Vater, der 1980 auf seinem Hof in Ketterschwang mit dem Anbau startete. So lernte Hans Moser den Dinkel näher kennen. Eigentlich wollte er als Elektromechaniker sein Leben bestreiten. Doch als seine Schwiegereltern ihren Milchviehbetrieb 1980 aus Altersgründen aufgaben, bahnte sich ein anderer Weg an.

 

Lange überlegten Hans und Marianne, ob und wie der Hof sich bewahren ließe. Die Haltung von Milchkühen mochten die beiden nicht fortsetzen: zu viel Aufwand, zu wenig finanzielle Sicherheit. Außerdem wollte Hans seinen Beruf weiterführen und so suchten sie einen Weg, wie der Hof im Nebenerwerb laufen konnte. So kamen sie auf den Ackerbau. Natürlich ökologisch. Etwas anderes wäre für die beiden nie infrage gekommen. Auch das liegt in der Familie: Hans' Vater bewirtschaftete seine Äcker schon seit 1956 ökologisch, und so stand auch für Hans und Marianne fest: "Wir wollen natürliche, gesunde Lebensmittel erzeugen und die Umwelt schonen." 1981 säten sie den ersten Dinkel auf dem Hof in Weinhausen.

Dunkles Vollkorn, helle Vielfalt

25 Jahre lang bestellte das Ehepaar so seine Äcker. 2006 haben die Mosers ihre Landwirtschaft an Sohn Tobias übergeben - damit sie sich seitdem ganz ihrer neuen Leidenschaft widmen können: Schon in den 1990er-Jahren waren die zwei auf die Nudel gekommen, heute konzentrieren sie sich auf die Herstellung und den Vertrieb ihrer Dinkelnudeln.

 

An einem Tag können Mosers bis zu 1.200 Kilogramm Dinkelmehl zu Hörnle, Spirelli, Fusilli und anderen Sorten verarbeiten. Grundzutat ist immer der Dinkel, wobei die beiden auf das Oberkulmer Rotkorn schwören. Es wächst in der Region, vor allem an ihrem Hof, und wurde nicht mit Weizen gekreuzt. Für die Vollkornnudeln wird der Dinkel erst kurz vor der Verarbeitung auf einer Steinmühle frisch gemahlen, damit die für eine gesunde Ernährung wertvollen Randschichten erhalten bleiben.

 

35 Nudelsorten gehören heute zum Sortiment. In unseren Feneberg-Regalen finden Sie zum Beispiel Dinkelhörnle, -Spirelli, -Bandnudeln und -Spaghetti.

 

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