Das regionalste Bio.

Als Christoph Rittler den Anbau der Beeren 2015 auf Bio umstellte, stand er vor einer großen Herausforderung. Denn es gab keine Landwirte in seiner Umgebung, von denen er hätte lernen können. „Es gibt kaum Bio-Betriebe in dieser Größe, die Beeren anbauen“, erklärt der Unterallgäuer. Also packte er seinen Koffer und reiste – zum Beispiel nach Dänemark und in die Steiermark. Dort erfuhr der Bio-Neuling von erfahrenen Berufskollegen, wie sie ihr Handwerk betreiben. „Aber man darf nicht vergessen, dass jeder unter anderen Bedingungen anbaut“, betont Christoph Rittler. Die Niederschlagsmenge, die Bodenbeschaffenheit – das sind einige der Faktoren, die eine Rolle spielen. Gemeinsam mit seinem Vater legte der Jungbauer ein Versuchsfeld an. „Vor allem das Thema Beikräuter hat uns beschäftigt“, erinnert er sich. Wie sollte man dem Unkraut Herr werden, wenn man nicht chemisch behandeln darf? Doch es klappte gut. Und so wurde der elterliche Betrieb aufgeteilt: Der Vater betreibt weiterhin konventionelle Landwirtschaft, baut verschiedenes Gemüse und Getreide an und mästet Schweine. Der Junior setzt mit seinen schwarzen Johannisbeeren und neuerdings auch Aronia-Beeren auf biologischen Anbau.

Schwarze Johannisbeeren in Bio-Qualität– ein junger Landwirt betritt Neuland

Dicke, schwarze Beeren in Hülle und Fülle: Wer Ende Juni den Johannisbeer-Plantagen von Christoph Rittler in Stoffenried (Landkreis Günzburg) einen Besuch abstattet, den erwartet ein prächtiger Anblick. Auf insgesamt zwölf Hektar pflanzt der junge Landwirt schwarze Johannisbeeren an, die zu Saft verarbeitet werden und unter anderem den Erfrischungsgetränken der Brauerei Härle einen intensiv-fruchtigen Geschmack und eine schöne rote Farbe verleihen. Seine Plantagen hat Christoph Rittler rund ums Dorf verteilt: „Das hat vor allem damit zu tun, dass ich so das Risiko von Hagelschäden begrenzen kann“, erklärt er. Durch die Wetterkapriolen hätten Hagelschauer in den letzten Jahren zugenommen – und starker Hagel kann den Beeren arg zusetzen und ganze Ernten vernichten. Je weiter also die Johannisbeer-Felder auseinander liegen, desto besser.

Maschine aus dem Weinbau hilft bei der Ernte

Fast das ganze Jahr über gibt es viel zu tun auf den Plantagen rund um Stoffenried. Die Ernte selbst sei vom Arbeitsaufwand her überschaubar, erklärt Christoph Rittler. Denn weil die Beeren zu Saft verarbeitet werden, müssen sie nicht von Hand gepflückt werden, sondern werden mithilfe einer Maschine geerntet. Dabei kommt ein Traubenvollernter zu Einsatz, wie er auch im Weinbau verwendet wird. Weil es bei den Johannisbeeren frühe und späte Sorten gibt, wird von Mitte Juni bis Mitte Juli geerntet. Nach der Ernte heißt es: Plantage pflegen. Hacken, Ausmähen, Mulchen, Nachpflanzen, mit Schaf- und Pferdemist düngen – jetzt kommt viel Handarbeit ins Spiel. „Obwohl wir maschinell gut ausgestattet sind, hätten wir nur ein Sechstel so viel Handarbeit, wenn wir konventionell wirtschaften würden“, sagt Christoph Rittler. Vor allem das Dezimieren von Beikräutern, die den Johannisbeersträuchern Energie wegnehmen würden, ist mit einem großen Aufwand verbunden. Im Winter werden dann hauptsächlich Maschinen gewartet und Christoph Rittler kann sich verstärkt auf seinen Hauptberuf – IT-Spezialist in einer Bank – konzentrieren. Um die Sträucher muss er sich zu dieser Zeit keine Sorgen machen: „Bis zu minus 20 Grad sind gar kein Problem“, sagt er. Im Frühjahr geht dann wieder die Arbeit los, auch Kontrollen finden jetzt fast täglich statt. Denn eines darf nicht passieren: Dass sich unbemerkt ein Schädling breit macht, wie zum Beispiel der Frostspanner, der die Blüten abfrisst, oder Läuse.

Fast so beliebt wie Apfelschorle

Christoph Rittler hat es nie bereut, auf biologischen Anbau umgestellt zu haben, auch wenn er sich damit weitgehend auf Neuland begeben musste. Aber wenn er sich abends nach getaner Arbeit eine sprudelnde Johannisbeer-Schorle einschenkt, dann kann er sie in vollen Zügen genießen. „Ich weiß, dass die Qualität stimmt. Sie schmeckt mir einfach richtig gut“, sagt er. Übrigens kann der junge Landwirt einen Trend beobachten: Die Johannisbeer-Schorle erfreue sich seit ein paar Jahren vor allem im süddeutschen Raum fast so großer Beliebtheit wie die gute alte Apfelschorle.

Unsere Produkte

Christoph Rittler produziert schwarze Johannisbeeren, die in der Brauerei Härle in Leutkirch zum VonHier-Erfrischungsgetränk verarbeitet werden.

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