Das regionalste Bio.

Von Geisterhand gelenkt

Was Martin Steinhauser heute macht, ist nicht denkbar ohne die Region, aus der er kommt und ohne die tiefen Wurzeln, die er hier geschlagen hat. Schon der Urgroßvater betrieb aus Leidenschaft eine Brennerei. Martin Steinhauser setzt das fort. Und da in seiner Heimat am Bodensee nicht nur Obst, sondern auch Wein wächst, gehört längst auch die Kellerei zu seinem Handwerk.

"Interessiert hat mich das immer", bekennt der rührige Unternehmer aus Kressbronn. Jedoch absolvierte er zunächst eine Ausbildung außerhalb des Familienbetriebes: eine Lehre, die nicht einmal etwas mit Lebensmitteln zu tun hatte, weit weg von geistigen Getränken. In Lindau lernte er als Kaufmann in Großhandel und Maschinenbau – während ihn aber seine Herkunft nicht losließ.

Mit 22 Jahren stieg er 1985 dann doch daheim in Gattnau ein. Da stand das kleine Unternehmen an einem Punkt, an dem es Weichen für die Zukunft stellen musste. Nur wie konnte die aussehen? Was waren die Perspektiven? Die Nachfrage für edle Spirituosen war da und knackig aromatische Früchte liefert die Gegend reichlich. So entschied sich die Familie damals, zu vergrößern.

Auf dem Weg zur vollen Drehzahl

Kurzerhand entschloss der damals 25-Jährige sich für die Lehre als Weinküfer und verkaufte den Wein nebenher. "Das hat mir Spaß gemacht." Nur irgendwann reichte es ihm nicht und er legte sich eine Weinpresse zu. Zu dieser Zeit entschied sich Steinhauser für einen Neubau des Unternehmens am Ortsrand von Kressbronn. 1993 nahm der neue Betrieb die Produktion auf, 1994 öffnete der Verkaufsladen seine Pforten. Einen vorläufigen Gipfel fanden die Neubauten 1996 in der modernen Verschlussbrennerei. "Sie gehört zu den modernsten Brennanlagen Europas", betont der Fachmann stolz. Der Name kommt übrigens daher, dass die Brenngeräte während des Herstellungsprozesses vollständig unter Verschluss stehen. Die Zollbehörden können so die Alkoholmengen streng kontrollieren.

Öko als Schnapsidee

Steinhauser und seine Mannschaft legen viel Wert auf Qualität. "Schon vor Ort bei den Obst- und Weinbauern schauen wir, dass nur die besten Früchte in unsere Produktion kommen." Besonders schätzt der Kenner die vielen, für die Region typischen Streuobstwiesen, auf denen noch alte, markant-aromatische Apfelsorten wachsen.

Da die Kellerei die Kontakte zu ihren Obst-Bauern intensiv und oft über Jahrzehnte pflegt, weiß Steinhauser genau, welche Qualität er erwarten kann. Und er weiß, was damit in seinem Haus passiert: Auf seine modernen Brennanlagen ist er nicht zuletzt auch stolz, weil sie ihm die feinen fruchtigen Aromen genau herausdestillieren und weiter veredeln.

Der Schritt zur Öko-Produktion war da nur noch ein kleiner, denn die Verfahren bleiben dieselben. Der einzige Unterschied: Das verwendete Obst stammt aus ökologisch arbeitenden Betrieben. Ob Zwetschge, Mirabelle, Williams-Birne oder Äpfel – Steinhauser bezieht sie aus der Region und macht daraus edle Brände, die nicht minder beliebt sind, als seine anderen Klassiker.

Blick ins Glas und in die Gegend

Dabei ist die Kellerei nicht die einzige Baustelle von Martin Steinhauser. Zusammen mit seiner Mannschaft baut er auch Wein an: Spätburgunder und für die Gegend typische Sorten. Dadurch sammeln sie einerseits wichtiges Wissen, um Anbau und Wesen der Frucht, andererseits gewinnen sie alljährlich eine Ernte für ihren Wein, deren Eigenheiten sie genau kennen. Gleiches gilt für ihre Obst- und Streuobstwiesen: Die Kressbronner pflegen sie und bauen hier gezielt Früchte für ihre sortenreinen Schnäpse an.

Klar, Geschmack spielt für den Experten überall eine Rolle. Nicht umsonst erhalten seine Produkte immer wieder Auszeichnungen. Für Bio-Brände verwendet die Mannschaft ausschließlich ökologisch angebautes Obst. So natürlich auch für den guten Vonhier-Obstler!

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