Warenkunde: Erdbeeren & Rhabarber

Im letzen Zipfel des Illertals liegt der Hof von Angelika und Robert Schimpfle. Seit gut zehn Jahren werden dort VonHier Erdbeeren und Rhabarber angebaut.

„Wir lieben sie einfach”, sagt Angelika Schimpfle und lacht. Sie meint damit die Erdbeeren, die sie hier auf ihrem Biohof in Aitrach-Mooshausen anbauen. Während sie über ihren Biobetrieb spricht, kocht sie parallel. Schließlich kommen die Kinder gleich aus der Schule und die sind dann immer besonders hungrig. Angelika Schimpfle ist hier in Aitraich auf dem Hof aufgewachsen, der bereits seit 1634 in Familienbesitz ist. „Wir hatten einen konventionellen Milchviehbetrieb”, erzählt sie. „Aber wir haben uns schon immer sehr für Bio interessiert.” Als der Vater im Jahr 2000 starb, übernahmen Mutter und Tochter den Hof. „Dann waren wir beide alleine mit den ganzen Tieren.” Nach zwei Jahren fiel deshalb die Entscheidung: Die Kühe kommen weg und die Landwirtschaft wird aufgegeben. Angelika Schimpfle entschied sich, Krankenschwester zu werden. Doch dann lernte sie ihren Mann kennen. Robert Schimpfle war auf einem klassischen Ackerbetrieb aufgewachsen. Gemeinsam entscheiden sie, den Hof wiederzubeleben und zu einem Biobetrieb zu machen. Blieb nur die Frage: Was bauen wir an? „Ich hätte gerne wieder Tiere gehabt”, erläutert Angelika Schimpfle. Aus verschiedenen Gründen war allerdings der Bau eines Hühnerstalls am Hof nicht möglich. Über einen Bekannten wurden sie dann auf Erdbeeren gebracht. Zudem wollten sie noch Rhabarber anbauen.

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Das ist es, dachten die Schimpfles

Rhabarber schien einfach zu sein denn die Pflanzen sind recht anspruchslos. Nach der Ernte reicht es, gemähtes Gras auf dem Rhabarberfeld auszubringen. Das ist es, dachten die Schimpfles zunächst. Die verfügbare Anbaufläche um ihren Hof war groß genug, um, neben den Erdbeeren, ausreichend Rhabarber anzubauen. „Und es gab, genügend Bedarf”, erläutert das Paar. Doch der Anbau des Knöterichgewächs stellte sich als knifflig heraus. „Wir haben hier sehr kieshaltige Böden. Das hatte zwei Folgen: Zum einen gab es sehr viel Unkraut und zum anderen versickerte das Wasser schnell. Das ist für Rhabarber aber schlecht, weil die Pflanzen viel Feuchtigkeit benötigen”, erklärt Angelika Schimpfle. Sie blieben zwar beim Rhabaraberanbau, reduzierten aber die ursprünglich geplante Anbaufläche.

 

Für Erdbeeren konnten sie sich begeistern

Für die Erdbeeren konnten Angelika und Robert Schimpfle sich sofort begeistern. „Im Sommer essen wir bestimmt ein bis zwei Kilo Erdbeeren täglich als Familie.” Für Erdbeeren waren die Bedingungen bei den Schimpfles wunderbar. Erdbeeren mögen weder zu viel Sonne noch zu viel Regen. Ist es im Frühling zu warm, reifen alle Erdbeeren auf einmal. Ist es zu feucht, schmecken die Erdbeeren nicht so gut. In diesem Jahr entschlossen sie sich zudem zum Bau von Folientunneln. "Die sehen zwar nicht so schön aus, aber bedingt durch die Extremwetterbedingungen der letzten Jahre, wurden die Tunnel nötig, um die Pflanzen zu schützen."

Ein gesundes Bodenleben

Auf vier Hektar Ackerfläche bauen die Schimpfles ihre Erdbeeren an. Insgesamt bewirtschaften die beiden in Mooshausen 35 Hektar Fläche. Dabei setzen sie auf eine vielgliedrige Fruchtfolge mit Zwischenfruchtanbau für ein gesundes Bodenleben. Neben Erdbeeren und Rhabarber wachsen Kartoffeln, Ackerbohnen, Mais und Weizen auf den Äckern der Schimpfles. Etwa ein Fünftel der Fläche wird von Kleegras bedeckt, das den Boden auflockert und ihm so Stickstoff zufügt. Das Kleegras geht als Futter an einen Partnerbetrieb. Im Austausch erhalten die Schimpfles Rindergülle als Dünger für ihre Felder. Klar, dass sie für die Arbeit Hilfe benötigen. Die bekommen sie von Mitarbeitern aus der Nachbarschaft und fleißigen Helfern aus Siebenbürgen.

Kinderlachen erklingt über den Hof hinter dem Haus und wenig später stürmen die Kinder die Küche. „Was gibt es?”, ruft ihr Sohn. Als er „Kässpatzen” hört, ist er begeistert. Wer weiß, vielleicht gibt es zum Nachtisch ja Erdbeeren?

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