Wo der Drache hauste

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Der Drachenweg in Roßhaupten ist ein Wan- derweg für die ganze Familie. Der heimat- kundliche Erlebnisweg verbindet ein schönes Naturerlebnis mit den Mythen und Legenden Roßhauptens und bietet viele Stationen, an denen man einiges zu Drachen erfährt.

Bereits seit dem 6. Jahrhundert ist die Gegend rund um Roßhaupten besiedelt. Das belegen alemanische Gräberfunde. Damals sah die Gegend ganz anders aus als heute. Der noch wilde Lech schlängelte sich durch Schluchten, dichte Wälder und Moore. Eine Landschaft, die für viele Menschen damals weitge- hend unbekannt und furchterregend war und wo es bestimmt Drachen gab. Und diese Drachen waren gefährlich. Sie fraßen Menschen und Pferde und be- wachten wertvolle Schätze.

Doch als der Heilige Magnus im 8. Jahrhundert von Füssen aus das Allgäu christianisierte, tötete er der Legende nach im Tiefenthal bei Roßhaupten einen Drachen. So nahm er den Menschen die heidnische Angst vor den Naturgeistern. Fortan konnten sie die ganze Gegend besiedeln, ohne Angst vor Drachen haben zu müssen. Diese sagen- und legendenhaften Erinnerungen aus grauer Vorzeit will der Drachenweg heute nahebringen.

Wer sich aufmacht, um mehr über die Geschichte der Drachen zu erfahren, kann den Drachenweg in Roß- haupten an mehreren Stellen beginnen: Entweder vom Parkplatz am Kurpark (am Südrand von Roßhaupten), von der Anlegestelle der Forggensee-Schifffahrt oder auch von der Ortsmitte mit einem kleinen zusätzlichen Anmarsch.

Wer den Drachenweg durch die Holztür betritt, fin- det sich ein einem Wald wieder, der an einen Urwald erinnert. Fernab von Straßen genießen Wanderer hier absolute Ruhe und das Eintauchen in die Natur.

Entlang des eigentlichen Rundweges liegen ein- zelne Stationen, die auf Begebenheiten vor Ort hinweisen. Zudem erfährt man viel über Drachen und wie sie „lebten“. So trifft man auf den steinernen Brückendrachen, der einen an der Tiefentalbrücke erwartet oder passiert das Drachenbrünnle am Forstweg im Bachtal. Übrigens: Wer von dem Wasser aus dem Brünnle trinkt, soll übernatürliche Kräfte erlangen. Vom Rundweg aus gibt es einen Abstecher direkt hinunter an den Grund der Tiefentalschlucht. Aber Vorsicht: Hierfür sind Trittsicherheit und gutes Schuhwerk Voraussetzung.

Besonders schön ist der Teil des Weges, der über den Höhenzug Alte Reiten führt. Wenn Wind und Wetter passen, kann man hier Gleitschirmflieger beim Üben von Starts bestaunen. Auf dem Höhenzug bietet sich ein Picknick an, es gibt einige Bänke und eine kleine Kapelle.

 

 

 

AUSGANGSPUNKT:

Parkplatz am Kurpark, Anlegestelle Forggensee-Schifffahrt oder
der Ortsmitte von Roßhaupten.

DAUER: 1 – 11⁄2 Stunden HÖHENUNTERSCHIED: 111 Meter

WICHTIG: Für Kinderwagen und Buggys ist der Rundweg leider nicht geeignet.